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Amazon Prime Video Werbung: Was Prime-Kunden in Österreich wissen sollten

Seit 5. Februar 2024 zeigt Amazon auch Prime-Kunden in Österreich Werbung in Filmen und Serien. Wer weiter ohne Werbung schauen will, zahlt 2,99 € im Monat extra. In Deutschland hat das Landgericht München I im Dezember 2025 entschieden, dass Amazon die Werbung nicht ohne Zustimmung der Kunden einführen durfte. Ein anderes deutsches Gericht hat eine Klage auf Schadenersatz im Juli 2026 aber abgewiesen. Beide Urteile sind nicht rechtskräftig, und in Österreich hat noch kein Gericht über die Werbung bei Prime Video entschieden.

Bonadis ist Prozessfinanzierer. Wir helfen Betroffenen, ihre Ansprüche durchzusetzen.

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Stand
Zuletzt aktualisiert
Herausgeber
Bonadis Prozessfinanzierung GmbH, Wien

Steckbrief

Wer ist betroffen
Prime-Mitglieder in Österreich, die schon vor dem 5. Februar 2024 Prime hatten. Dazu Kunden, die seither 2,99 € im Monat für Prime Video ohne Werbung bezahlen.
Worum es geht
Amazon hat in laufenden Mitgliedschaften Werbung eingeführt, ohne die Kunden zu fragen. Ohne Werbung geht es nur noch gegen Aufpreis.
Seit wann
Ankündigung per E-Mail Anfang Jänner 2024, Werbung seit 5. Februar 2024.
Aktueller Stand
In Österreich gibt es noch keine Entscheidung. In Deutschland liegen zwei gegensätzliche Urteile vor, beide nicht rechtskräftig.
Aufpreis
2,99 € im Monat für Prime Video ohne Werbung
Gerichte (Deutschland)
Landgericht München I (33 O 3266/24), Bayerisches Oberstes Landesgericht (102 VKl 1/24 e)

Was hat Amazon bei Prime Video geändert?

Prime Video ist der Streamingdienst von Amazon. Er ist in der Prime-Mitgliedschaft enthalten, die in Österreich rund 9 € im Monat oder knapp 90 € im Jahr kostet. Bis Anfang 2024 liefen Filme und Serien dort ohne Werbung. Seit 5. Februar 2024 zeigt Amazon auch Kunden in Österreich und Deutschland Werbung, laut Amazon „in begrenztem Umfang“. Am Preis der Mitgliedschaft hat sich dadurch nichts geändert.

Was kostet Prime Video ohne Werbung?

Wer weiter ohne Werbung schauen will, muss eine Zusatzoption für 2,99 € im Monat buchen. Für Kunden mit dem Monatsabo von 8,99 € stieg der Preis damit auf 11,98 € im Monat, also um rund ein Drittel.

Wie hat Amazon die Kunden informiert?

Amazon hat die Prime-Mitglieder Anfang Jänner 2024 per E-Mail informiert, in Deutschland am 3. Jänner mit dem Betreff „Änderung zu Prime Video“. Darin stand, dass Titel ab 5. Februar in begrenztem Umfang Werbung enthalten und die werbefreie Option 2,99 € im Monat kostet. Die Kunden mussten nichts tun, die Umstellung kam von selbst. Um ihre Zustimmung hat Amazon nicht gefragt.

Wer ist von der Werbung bei Prime Video betroffen?

Es geht um Prime-Mitglieder, die ihre Mitgliedschaft schon vor dem 5. Februar 2024 hatten, also bevor Amazon die Werbung eingeführt hat. Für sie hat sich die Leistung während der laufenden Mitgliedschaft geändert. Betroffen sind auch Kunden, die seither 2,99 € im Monat für die werbefreie Option bezahlen.

Gilt die Werbung auch in Österreich?

Ja. Amazon hat die Umstellung gleichzeitig für Prime-Kunden in Österreich und Deutschland angekündigt, mit demselben Starttermin und demselben Aufpreis von 2,99 €.

Wie erkenne ich, ob ich betroffen bin?

Wann Ihre Mitgliedschaft begonnen hat, steht in Ihrem Amazon-Konto unter der Prime-Mitgliedschaft. Ob Sie die werbefreie Option gebucht haben, sehen Sie in den Einstellungen von Prime Video und an den Abbuchungen von 2,99 €. Auch die E-Mail von Anfang Jänner 2024 kann ein Hinweis sein.

Ist die Werbung bei Amazon Prime unzulässig? Die Urteile aus Deutschland

In Österreich hat noch kein Gericht über die Werbung bei Prime Video entschieden. In Deutschland gibt es zwei Urteile, die in eine unterschiedliche Richtung gehen. Beide sind nicht rechtskräftig, und für Kunden in Österreich gelten sie nicht unmittelbar.

Landgericht München I: Werbung ohne Zustimmung unzulässig

Auf eine Unterlassungsklage hin hat das Landgericht München I am 16. Dezember 2025 entschieden, dass Amazon die Werbung nicht einseitig einführen durfte (33 O 3266/24). Die Kunden hätten beim Abschluss mit einem Angebot ohne Werbung gerechnet. Die Werbefreiheit sei ein wichtiger Teil des Werts gewesen, auch wenn sie nicht ausdrücklich im Vertrag stand. Weder die Nutzungsbedingungen noch das Gesetz hätten Amazon erlaubt, das ohne Zustimmung zu ändern.

Die E-Mail vom Jänner 2024 hielt das Gericht für irreführend. Sie habe den Eindruck erweckt, Amazon dürfe die Werbung ohne Zustimmung der Kunden einführen. Amazon muss solche Mitteilungen unterlassen und den Kunden ein Berichtigungsschreiben schicken. Über Geld für einzelne Kunden hat das Gericht in diesem Verfahren nicht entschieden. Amazon hat Berufung eingelegt.

Bayerisches Oberstes Landesgericht: Schadenersatz abgewiesen

In einem zweiten Verfahren ging es um Schadenersatz für viele angemeldete Kunden. Das Bayerische Oberste Landesgericht hat diese Klage am 17. Juli 2026 abgewiesen (102 VKl 1/24 e). Seine Begründung: Die Vertragsbedingungen sagen keine Werbefreiheit zu, und es sei nicht belegt, dass Amazon Prime Video als werbefrei verkauft hat. Das gelte auch für Kunden, die die Zusatzoption für 2,99 € gebucht haben. Gegen das Urteil wurde Revision zum Bundesgerichtshof eingelegt.

Kann man wegen der Werbung Geld von Amazon zurückverlangen?

Das ist noch offen. In Österreich hat kein Gericht Amazon wegen der Werbung bei Prime Video zu einer Zahlung verurteilt. In Deutschland hat das Landgericht München I nur über die Unterlassung entschieden, nicht über Geld. Die Klage auf Schadenersatz hat das Bayerische Oberste Landesgericht abgewiesen.

Ob in einer bestimmten Mitgliedschaft etwas zurückverlangt werden kann, kann nur im Einzelfall geprüft werden. Es hängt unter anderem davon ab, seit wann die Mitgliedschaft besteht, wie sie abgerechnet wird und ob die werbefreie Option gebucht wurde.

Gibt es ein österreichisches Urteil zu Amazon Prime?

Ja, aber nicht zur Werbung. Der Oberste Gerichtshof hat im Juli 2025 auf eine Verbandsklage hin mehrere Klauseln der Prime-Bedingungen für unzulässig erklärt, etwa zur Erstattung der Mitgliedsgebühr und zu Zahlungsmethoden (9 Ob 48/25m). Eine Verbandsklage prüft die Vertragsbedingungen für alle Kunden, nicht einen einzelnen Fall. Um die Werbung bei Prime Video ging es in diesem Verfahren nicht.

Aktueller Stand: Wie geht es weiter?

Beide deutschen Verfahren laufen weiter (Stand Oktober 2026). Gegen das Urteil des Landgerichts München I hat Amazon Berufung eingelegt. Über die abgewiesene Klage auf Schadenersatz muss der Bundesgerichtshof entscheiden. Wann die Urteile kommen, ist nicht bekannt.

In Österreich ist nach unserer Recherche kein Gerichtsverfahren zur Werbung bei Prime Video entschieden. Eine Rückzahlung von Amazon an Kunden in Österreich ist bisher nicht bekannt.

Die wichtigsten Daten

  1. Amazon kündigt Werbung bei Prime Video für Österreich und Deutschland an

    Ab 5. Februar sollen Filme und Serien Werbung enthalten, ohne Werbung kostet es 2,99 € im Monat mehr.[4]

  2. E-Mail an die Prime-Mitglieder

    Amazon informiert die Kunden über die Werbung und den Aufpreis, ohne um Zustimmung zu fragen.[1][5]

  3. Werbung bei Prime Video startet

    Werbefrei geht es nur noch mit der Zusatzoption für 2,99 € im Monat.[5][4]

  4. Oberster Gerichtshof kippt Klauseln der Prime-Bedingungen (9 Ob 48/25m)

    Es geht um Erstattung der Mitgliedsgebühr und Zahlungsmethoden, nicht um die Werbung.[3]

  5. Deutschland: Landgericht München I erklärt die Umstellung für unzulässig (33 O 3266/24)

    Die Werbung durfte nicht ohne Zustimmung eingeführt werden, die E-Mail war irreführend. Amazon legt Berufung ein.[1][6][7]

  6. Deutschland: Bayerisches Oberstes Landesgericht weist Schadenersatz ab (102 VKl 1/24 e)

    Die Bedingungen sagen keine Werbefreiheit zu. Gegen das Urteil wurde Revision zum Bundesgerichtshof eingelegt.[2][7]

Der Ablauf

In drei Schritten zu Ihrem Recht.

  1. Schritt 1

    Fall einreichen

    Beantworten Sie über das Formular einige Fragen zu Ihrem Fall. Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich.

  2. Symbolbild: Rechtsanwalt
    Schritt 2

    Anwalt übernimmt Ihren Fall

    Ein spezialisierter österreichischer Rechtsanwalt setzt Ihren Anspruch durch. Bonadis organisiert das Verfahren.

  3. Schritt 3

    Auszahlung erhalten

    Wann und in welcher Höhe, regelt Ihre Vereinbarung mit Bonadis.

Häufige Fragen zur Werbung bei Amazon Prime Video

Seit wann gibt es Werbung bei Amazon Prime Video?

Seit 5. Februar 2024, in Österreich und Deutschland gleichzeitig. Amazon hat die Prime-Mitglieder Anfang Jänner 2024 per E-Mail darüber informiert.

Was kostet Prime Video ohne Werbung?

Die werbefreie Option kostet 2,99 € im Monat, zusätzlich zur Prime-Mitgliedschaft. Mit dem Monatsabo von 8,99 € sind das 11,98 € im Monat.

Ist die Werbung bei Prime Video unzulässig?

Das Landgericht München I hat im Dezember 2025 entschieden, dass Amazon die Werbung nicht ohne Zustimmung der Kunden einführen durfte. Das Bayerische Oberste Landesgericht hat im Juli 2026 eine Klage auf Schadenersatz dagegen abgewiesen. Beide Urteile sind nicht rechtskräftig. In Österreich hat noch kein Gericht darüber entschieden.

Gibt es eine Klage gegen Amazon Prime wegen der Werbung?

In Deutschland gibt es zwei Verfahren: eine Unterlassungsklage, die in erster Instanz gewonnen wurde und in der Amazon Berufung eingelegt hat, und eine Klage auf Schadenersatz, die abgewiesen wurde und jetzt beim Bundesgerichtshof liegt. Eine Entscheidung eines österreichischen Gerichts zur Werbung bei Prime Video ist nicht bekannt.

Gilt das deutsche Urteil auch in Österreich?

Nicht unmittelbar. Die Urteile aus München betreffen Verfahren in Deutschland. Amazon hat die Werbung aber in Österreich gleichzeitig und zum selben Aufpreis eingeführt.

Bekomme ich wegen der Werbung Geld von Amazon zurück?

Das ist offen. Kein österreichisches Gericht hat Amazon wegen der Werbung zu einer Zahlung verurteilt, und in Deutschland wurde die Klage auf Schadenersatz in erster Instanz abgewiesen. Ob in Ihrem Fall etwas zurückverlangt werden kann, kann nur im Einzelfall geprüft werden.

Musste ich der Werbung bei Prime Video zustimmen?

Amazon hat keine Zustimmung eingeholt, die Umstellung kam automatisch. Das Landgericht München I hielt das für unzulässig, das Bayerische Oberste Landesgericht sah in den Bedingungen keine Zusage der Werbefreiheit. Was das für Ihre Mitgliedschaft bedeutet, kann nur im Einzelfall geprüft werden.

Hat der OGH zu Amazon Prime entschieden?

Ja, im Juli 2025 zu mehreren Klauseln der Prime-Bedingungen, etwa zur Erstattung der Mitgliedsgebühr und zu Zahlungsmethoden (9 Ob 48/25m). Über die Werbung bei Prime Video hat der Oberste Gerichtshof nicht entschieden.

Was kostet mich eine Anfrage bei Bonadis?

Nichts. Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich. Kunde von Bonadis werden Sie erst, wenn Sie eine Vereinbarung mit uns unterschreiben.

Quellen

  1. Pressemitteilung 13: Urteil zur Einführung von Werbung bei Prime Video (33 O 3266/24), Landgericht München I, 17.12.2025
  2. Pressemitteilung 11: Einführung von Werbung bei Amazon Prime Video (102 VKl 1/24 e), Bayerisches Oberstes Landesgericht, 17.07.2026
  3. OGH 17.07.2025, 9 Ob 48/25m (Klauseln in den Prime-Teilnahmebedingungen), Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), 17.07.2025
  4. Werbefreies Amazon Prime Video: Auch Österreicher müssen zahlen, futurezone, 28.12.2023
  5. Konsumentschützer ziehen gegen Amazon Prime wegen Werbung in Videos vor Gericht, KURIER, 02.02.2024
  6. Urteil gegen Amazon: Einführung von Werbung bei Prime Video war unzulässig, Verbraucherzentrale Bundesverband, 17.12.2025
  7. Update: Sammelklage Amazon Prime, Gericht weist Klage ab, Revision zum BGH (Stand beider Verfahren), Verbraucherzentrale Niedersachsen, 19.08.2026

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