Worum geht es bei der iCloud-Klage?
iCloud ist der Online-Speicher von Apple. Dort landen etwa Fotos, Dateien und die Sicherung (Backup) von iPhone und iPad. 5 GB sind kostenlos. Wer mehr braucht, zahlt monatlich für iCloud+ oder für Apple One, ein Paket aus mehreren Apple-Diensten.
Vor dem britischen Wettbewerbsgericht (Competition Appeal Tribunal) wirft eine Klage Apple vor:
- Bestimmte Daten nur in iCloud: Technische Sperren verhindern, dass wichtige Arten von Dateien bei anderen Cloud-Diensten gespeichert werden. Eine vollständige Sicherung des iPhones ist deshalb nur mit iCloud möglich.
- Lenkung zu iCloud: Apple gestalte Auswahl und Einstellungen so, dass Nutzer zu iCloud geführt werden statt zu anderen Anbietern.
- Zu hohe Preise: Ohne diese Vorteile gäbe es mehr Wettbewerb, und zusätzlicher iCloud-Speicher wäre billiger.
Was sagt Apple dazu?
Apple hält die Vorwürfe für unbegründet. Nutzer könnten auch andere Cloud-Dienste verwenden. Dass diese nicht denselben Zugang zum iPhone haben wie iCloud, begründet Apple mit der Sicherheit.
Wie kann fehlender Wettbewerb den Preis erhöhen?
Bei iCloud geht es nicht um eine Provision, sondern um den Preis für den Speicher selbst. Gibt es für eine Leistung kaum Konkurrenz, muss ein Anbieter seine Preise nicht senken, um Kunden zu halten. Der Vorwurf lautet: Weil andere Dienste auf dem iPhone nicht gleich gut sichern können, wechseln wenige Nutzer, und Apple kann mehr verlangen, als bei echtem Wettbewerb möglich wäre. Ob das stimmt, ist nicht entschieden.
Was kostet iCloud+ in Österreich?
In Österreich gelten die Euro-Preise von Apple, inklusive Steuern. 5 GB sind kostenlos. Für mehr Speicher verlangt Apple im Monat:
- 50 GB: 0,99 €
- 200 GB: 2,99 €
- 2 TB: 9,99 €
- 6 TB: 29,99 €
- 12 TB: 59,99 €
Wer ist betroffen?
Es geht um Nutzer von iPhone oder iPad, die für zusätzlichen iCloud-Speicher bezahlt haben oder bezahlen. In Großbritannien macht die Klage auch einen Schaden für Nutzer geltend, die nur den kostenlosen Speicher hatten. Dieser Teil ist dort aber nur ein kleiner Anteil der Forderung. Ob und wie viel jemand zu viel bezahlt hat, kann nur im Einzelfall geprüft werden.
Wo sehe ich, ob und wofür ich iCloud-Speicher bezahle?
Am iPhone in den Einstellungen oben auf Ihren Namen tippen, dann auf „iCloud“. Dort sehen Sie, wie viel Speicher Sie haben und welchen Plan Sie nutzen. Ihre laufenden Abos stehen unter Ihrem Namen bei „Abonnements“, alle Abbuchungen über Ihren Apple Account auf reportaproblem.apple.com.
Was haben Gerichte bisher entschieden?
Ob Apple mit iCloud gegen das Wettbewerbsrecht verstößt, hat noch kein Gericht entschieden. Es gibt aber Verfahren in Großbritannien und den USA.
Großbritannien: Klage zugelassen, Verhandlung ab 2028
Im November 2024 wurde vor dem britischen Wettbewerbsgericht eine Klage für iCloud-Nutzer in Großbritannien eingereicht. Am 2. April 2026 hat das Gericht sie zugelassen (Entscheidung vom 2. April 2026). Im Mai 2026 scheiterte Apple mit dem Antrag, den Teil für Nutzer ohne bezahlten Speicher zu streichen. Die Klage betrifft Nutzer mit britischem Apple Account seit 8. November 2018. Verhandelt wird voraussichtlich ab Oktober 2028. Apple hat angekündigt, sich zu wehren.
USA: Klage in Kalifornien
Auch in den USA wirft eine Klage Apple vor, Nutzer in iCloud zu drängen. Ein Bundesgericht in Kalifornien hat im Juni 2025 eine überarbeitete Fassung der Klage zugelassen. Entschieden ist auch dort noch nichts.
EuGH 2025: Wo über Klagen gegen Apple entschieden wird
Der Europäische Gerichtshof hat im Dezember 2025 in einem Fall zum App Store von Apple entschieden, dass die Gerichte des Landes zuständig sind, auf das der Store ausgerichtet ist (C-34/24). Um iCloud ging es dabei nicht. Ob das für iCloud in Österreich genauso gilt, hat noch kein Gericht entschieden.
Schadenersatz in Österreich: Was das Gesetz sagt
In Österreich hat noch kein Gericht über iCloud entschieden, und auch keine Behörde hat einen Verstoß festgestellt. Das Kartellgesetz regelt aber allgemein: Wer schuldhaft gegen das Wettbewerbsrecht verstößt, muss den Schaden ersetzen, der daraus entsteht. Dazu gehört auch der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung.
Ob jemand Ersatz bekommt und in welcher Höhe, hängt davon ab, ob ein österreichisches Gericht einen Verstoß feststellt und wie hoch es den Preisaufschlag schätzt. Das kann nur im Einzelfall geprüft werden.
Wann verjähren solche Ansprüche?
Nach dem Kartellgesetz verjährt der Anspruch fünf Jahre, nachdem der Geschädigte vom Schaden, vom Verursacher und vom Verstoß wusste oder wissen musste. Unabhängig davon ist nach zehn Jahren Schluss. Beide Fristen beginnen erst, wenn der Verstoß beendet ist.
Aktueller Stand: Was ist bei der iCloud-Klage noch offen?
Stand Oktober 2026 ist Folgendes bekannt:
- Großbritannien: Die Klage ist zugelassen, verhandelt wird voraussichtlich ab Oktober 2028. Ein Urteil ist frühestens danach zu erwarten.
- USA: Die Klage in Kalifornien läuft, ein Urteil gibt es nicht.
- Österreich: Kein Gericht und keine Behörde hat bisher über iCloud entschieden.
Die wichtigsten Daten
Klage gegen Apple wegen iCloud in Großbritannien eingereicht
Vorgeworfen wird, dass Apple iCloud auf dem iPhone bevorzugt und zu hohe Preise für Speicher verlangt.[2]
USA: Gericht in Kalifornien lässt überarbeitete iCloud-Klage zu
Über die Vorwürfe ist damit noch nicht entschieden.[4]
Europäischer Gerichtshof: Gerichte im Land des Stores zuständig (C-34/24)
Entschieden zum App Store von Apple in den Niederlanden, nicht zu iCloud.[5]
Britisches Wettbewerbsgericht lässt iCloud-Klage zu
Die Klage für Nutzer mit britischem Apple Account darf geführt werden.[1]
Apple scheitert mit Antrag auf Teilabweisung
Auch der Teil für Nutzer ohne bezahlten Speicher bleibt in der Klage.[2]
Gericht legt den Rahmen der Klage fest
Erfasst sind Nutzer mit britischem Apple Account seit 8. November 2018. Verhandlung voraussichtlich ab Oktober 2028.[2][3]


