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iCloud-Klage gegen Apple: Zu teurer Speicher? Was iPhone-Nutzer in Österreich wissen sollten

Apple wird vorgeworfen, iPhone- und iPad-Nutzer in den eigenen Speicherdienst iCloud zu drängen: Bestimmte Daten lassen sich nur in iCloud vollständig sichern, andere Cloud-Dienste haben diesen Zugang nicht. Weil so der Wettbewerb fehle, seien die Preise für zusätzlichen iCloud-Speicher zu hoch. In Großbritannien hat das Wettbewerbsgericht 2026 eine Klage dazu zugelassen, verhandelt wird voraussichtlich ab Oktober 2028. Ein Urteil gibt es noch nirgends, auch nicht in Österreich.

Bonadis ist Prozessfinanzierer. Wir helfen Betroffenen, ihre Ansprüche durchzusetzen.

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Stand
Zuletzt aktualisiert
Herausgeber
Bonadis Prozessfinanzierung GmbH, Wien

Steckbrief

Wer ist betroffen
Nutzer von iPhone oder iPad, die für mehr iCloud-Speicher bezahlen, etwa mit iCloud+ oder Apple One.
Worum es geht
Der Vorwurf: Apple bevorzugt iCloud auf dem iPhone und verlangt deshalb zu viel für zusätzlichen Speicher. Apple bestreitet das.
Seit wann
Klage in Großbritannien seit November 2024, im April 2026 vom Gericht zugelassen.
Aktueller Stand
Noch kein Urteil. In Großbritannien wird voraussichtlich ab Oktober 2028 verhandelt. In Österreich gibt es noch keine Entscheidung.
Gegner
Apple Inc. (USA) und Apple Distribution International (Irland)
Preise iCloud+
50 GB 0,99 €, 200 GB 2,99 €, 2 TB 9,99 € im Monat. 5 GB sind gratis.

Worum geht es bei der iCloud-Klage?

iCloud ist der Online-Speicher von Apple. Dort landen etwa Fotos, Dateien und die Sicherung (Backup) von iPhone und iPad. 5 GB sind kostenlos. Wer mehr braucht, zahlt monatlich für iCloud+ oder für Apple One, ein Paket aus mehreren Apple-Diensten.

Vor dem britischen Wettbewerbsgericht (Competition Appeal Tribunal) wirft eine Klage Apple vor:

  • Bestimmte Daten nur in iCloud: Technische Sperren verhindern, dass wichtige Arten von Dateien bei anderen Cloud-Diensten gespeichert werden. Eine vollständige Sicherung des iPhones ist deshalb nur mit iCloud möglich.
  • Lenkung zu iCloud: Apple gestalte Auswahl und Einstellungen so, dass Nutzer zu iCloud geführt werden statt zu anderen Anbietern.
  • Zu hohe Preise: Ohne diese Vorteile gäbe es mehr Wettbewerb, und zusätzlicher iCloud-Speicher wäre billiger.

Was sagt Apple dazu?

Apple hält die Vorwürfe für unbegründet. Nutzer könnten auch andere Cloud-Dienste verwenden. Dass diese nicht denselben Zugang zum iPhone haben wie iCloud, begründet Apple mit der Sicherheit.

Wie kann fehlender Wettbewerb den Preis erhöhen?

Bei iCloud geht es nicht um eine Provision, sondern um den Preis für den Speicher selbst. Gibt es für eine Leistung kaum Konkurrenz, muss ein Anbieter seine Preise nicht senken, um Kunden zu halten. Der Vorwurf lautet: Weil andere Dienste auf dem iPhone nicht gleich gut sichern können, wechseln wenige Nutzer, und Apple kann mehr verlangen, als bei echtem Wettbewerb möglich wäre. Ob das stimmt, ist nicht entschieden.

Was kostet iCloud+ in Österreich?

In Österreich gelten die Euro-Preise von Apple, inklusive Steuern. 5 GB sind kostenlos. Für mehr Speicher verlangt Apple im Monat:

  • 50 GB: 0,99 €
  • 200 GB: 2,99 €
  • 2 TB: 9,99 €
  • 6 TB: 29,99 €
  • 12 TB: 59,99 €

Wer ist betroffen?

Es geht um Nutzer von iPhone oder iPad, die für zusätzlichen iCloud-Speicher bezahlt haben oder bezahlen. In Großbritannien macht die Klage auch einen Schaden für Nutzer geltend, die nur den kostenlosen Speicher hatten. Dieser Teil ist dort aber nur ein kleiner Anteil der Forderung. Ob und wie viel jemand zu viel bezahlt hat, kann nur im Einzelfall geprüft werden.

Wo sehe ich, ob und wofür ich iCloud-Speicher bezahle?

Am iPhone in den Einstellungen oben auf Ihren Namen tippen, dann auf „iCloud“. Dort sehen Sie, wie viel Speicher Sie haben und welchen Plan Sie nutzen. Ihre laufenden Abos stehen unter Ihrem Namen bei „Abonnements“, alle Abbuchungen über Ihren Apple Account auf reportaproblem.apple.com.

Was haben Gerichte bisher entschieden?

Ob Apple mit iCloud gegen das Wettbewerbsrecht verstößt, hat noch kein Gericht entschieden. Es gibt aber Verfahren in Großbritannien und den USA.

Großbritannien: Klage zugelassen, Verhandlung ab 2028

Im November 2024 wurde vor dem britischen Wettbewerbsgericht eine Klage für iCloud-Nutzer in Großbritannien eingereicht. Am 2. April 2026 hat das Gericht sie zugelassen (Entscheidung vom 2. April 2026). Im Mai 2026 scheiterte Apple mit dem Antrag, den Teil für Nutzer ohne bezahlten Speicher zu streichen. Die Klage betrifft Nutzer mit britischem Apple Account seit 8. November 2018. Verhandelt wird voraussichtlich ab Oktober 2028. Apple hat angekündigt, sich zu wehren.

USA: Klage in Kalifornien

Auch in den USA wirft eine Klage Apple vor, Nutzer in iCloud zu drängen. Ein Bundesgericht in Kalifornien hat im Juni 2025 eine überarbeitete Fassung der Klage zugelassen. Entschieden ist auch dort noch nichts.

EuGH 2025: Wo über Klagen gegen Apple entschieden wird

Der Europäische Gerichtshof hat im Dezember 2025 in einem Fall zum App Store von Apple entschieden, dass die Gerichte des Landes zuständig sind, auf das der Store ausgerichtet ist (C-34/24). Um iCloud ging es dabei nicht. Ob das für iCloud in Österreich genauso gilt, hat noch kein Gericht entschieden.

Schadenersatz in Österreich: Was das Gesetz sagt

In Österreich hat noch kein Gericht über iCloud entschieden, und auch keine Behörde hat einen Verstoß festgestellt. Das Kartellgesetz regelt aber allgemein: Wer schuldhaft gegen das Wettbewerbsrecht verstößt, muss den Schaden ersetzen, der daraus entsteht. Dazu gehört auch der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung.

Ob jemand Ersatz bekommt und in welcher Höhe, hängt davon ab, ob ein österreichisches Gericht einen Verstoß feststellt und wie hoch es den Preisaufschlag schätzt. Das kann nur im Einzelfall geprüft werden.

Wann verjähren solche Ansprüche?

Nach dem Kartellgesetz verjährt der Anspruch fünf Jahre, nachdem der Geschädigte vom Schaden, vom Verursacher und vom Verstoß wusste oder wissen musste. Unabhängig davon ist nach zehn Jahren Schluss. Beide Fristen beginnen erst, wenn der Verstoß beendet ist.

Aktueller Stand: Was ist bei der iCloud-Klage noch offen?

Stand Oktober 2026 ist Folgendes bekannt:

  • Großbritannien: Die Klage ist zugelassen, verhandelt wird voraussichtlich ab Oktober 2028. Ein Urteil ist frühestens danach zu erwarten.
  • USA: Die Klage in Kalifornien läuft, ein Urteil gibt es nicht.
  • Österreich: Kein Gericht und keine Behörde hat bisher über iCloud entschieden.

Die wichtigsten Daten

  1. Klage gegen Apple wegen iCloud in Großbritannien eingereicht

    Vorgeworfen wird, dass Apple iCloud auf dem iPhone bevorzugt und zu hohe Preise für Speicher verlangt.[2]

  2. USA: Gericht in Kalifornien lässt überarbeitete iCloud-Klage zu

    Über die Vorwürfe ist damit noch nicht entschieden.[4]

  3. Europäischer Gerichtshof: Gerichte im Land des Stores zuständig (C-34/24)

    Entschieden zum App Store von Apple in den Niederlanden, nicht zu iCloud.[5]

  4. Britisches Wettbewerbsgericht lässt iCloud-Klage zu

    Die Klage für Nutzer mit britischem Apple Account darf geführt werden.[1]

  5. Apple scheitert mit Antrag auf Teilabweisung

    Auch der Teil für Nutzer ohne bezahlten Speicher bleibt in der Klage.[2]

  6. Gericht legt den Rahmen der Klage fest

    Erfasst sind Nutzer mit britischem Apple Account seit 8. November 2018. Verhandlung voraussichtlich ab Oktober 2028.[2][3]

Der Ablauf

In drei Schritten zu Ihrem Recht.

  1. Schritt 1

    Fall einreichen

    Beantworten Sie über das Formular einige Fragen zu Ihrem Fall. Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich.

  2. Symbolbild: Rechtsanwalt
    Schritt 2

    Anwalt übernimmt Ihren Fall

    Ein spezialisierter österreichischer Rechtsanwalt setzt Ihren Anspruch durch. Bonadis organisiert das Verfahren.

  3. Schritt 3

    Auszahlung erhalten

    Wann und in welcher Höhe, regelt Ihre Vereinbarung mit Bonadis.

Häufige Fragen zur Klage wegen iCloud

Warum wird Apple wegen iCloud verklagt?

Der Vorwurf lautet, dass Apple iCloud auf dem iPhone bevorzugt: Bestimmte Daten lassen sich nur in iCloud vollständig sichern, und Nutzer werden zu iCloud gelenkt. Weil so der Wettbewerb fehle, seien die Preise für zusätzlichen Speicher zu hoch. Apple bestreitet das.

Was kostet iCloud+ in Österreich?

5 GB sind kostenlos. Für mehr Speicher verlangt Apple im Monat 0,99 € für 50 GB, 2,99 € für 200 GB, 9,99 € für 2 TB, 29,99 € für 6 TB und 59,99 € für 12 TB, jeweils inklusive Steuern.

Warum ist iCloud-Speicher so teuer?

Den Preis legt Apple fest. Die Klage in Großbritannien wirft Apple vor, dass die Preise höher sind, als sie bei echtem Wettbewerb wären, weil andere Cloud-Dienste auf dem iPhone benachteiligt werden. Entschieden ist darüber noch nicht.

Was ist der Stand der iCloud-Klage in Großbritannien?

Das britische Wettbewerbsgericht hat die Klage am 2. April 2026 zugelassen und im Juni 2026 den Rahmen festgelegt. Verhandelt wird voraussichtlich ab Oktober 2028. Ein Urteil gibt es noch nicht.

Gilt die britische iCloud-Klage auch für Nutzer in Österreich?

Nein. Die Klage in Großbritannien gilt für Nutzer, deren Apple Account auf Großbritannien eingestellt ist. Über Ansprüche von Nutzern in Österreich müsste ein Gericht in Österreich entscheiden.

Gibt es schon ein Urteil zu iCloud in Österreich?

Nein. In Österreich hat bisher kein Gericht und keine Behörde über iCloud entschieden. Das Kartellgesetz sieht aber allgemein Schadenersatz bei Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht vor.

Ist das derselbe Fall wie die Klagen wegen des App Stores?

Nein. Bei iCloud geht es um den Preis für Speicher. Beim App Store geht es um die Provision, die Apple bei Käufen von Apps einbehält. Dazu hat ein britisches Gericht im Oktober 2025 entschieden, dass sie zu hoch war.

Wo sehe ich, welchen iCloud-Plan ich habe?

Am iPhone in den Einstellungen oben auf Ihren Namen tippen, dann auf „iCloud“. Laufende Abos stehen unter Ihrem Namen bei „Abonnements“.

Wann verjähren Ansprüche wegen der iCloud-Preise?

Nach dem Kartellgesetz verjährt ein Anspruch fünf Jahre, nachdem der Geschädigte von Schaden, Verursacher und Verstoß wusste oder wissen musste, spätestens nach zehn Jahren. Die Fristen beginnen erst, wenn der Verstoß beendet ist. Wann sie im eigenen Fall laufen, kann nur im Einzelfall geprüft werden.

Was kostet mich eine Anfrage bei Bonadis?

Nichts. Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich. Kunde von Bonadis werden Sie erst, wenn Sie eine Vereinbarung mit uns unterschreiben.

Quellen

  1. Verfahren 1689/7/7/24 gegen Apple Inc. und andere, [2026] CAT 29 (Zulassung der Klage), Competition Appeal Tribunal, 02.04.2026
  2. Verfahren 1689/7/7/24 gegen Apple Inc. und andere, Collective Proceedings Order (Rahmen der Klage), Competition Appeal Tribunal, 17.06.2026
  3. Competition Court Gives Go-Ahead To £3bn Apple Claim, Silicon UK, 24.06.2026
  4. „iCloud-Zwang“: Apple muss sich zweiter Sammelklage stellen, iFun, 18.06.2025
  5. EuGH, Rechtssache C-34/24 (Urteil vom 02.12.2025), Gerichtshof der Europäischen Union (Curia), 02.12.2025
  6. iCloud+-Pläne und -Preise, Apple Support
  7. Abos anzeigen, ändern oder kündigen, Apple Support
  8. Kaufverlauf für den App Store, den iTunes Store und andere Medien von Apple anzeigen, Apple Support
  9. § 37c Kartellgesetz 2005: Schadenersatzpflicht, Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS)
  10. § 37h Kartellgesetz 2005: Verjährung, Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS)

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